Kino für die Ohren — Ich würde gerne mehr lesen, aber ich komme nicht dazu.

Seit ich einen Kassettenrekorder bedienen kann, sind Hörspiele immer treue Begleiter auf Urlaubsreisen, Einschlafhilfe und angenehmer Zeitvertreib gewesen. Heute höre ich noch immer mit großer Begeisterung Hörspiele. Einige begleiten mich seit meiner Kindheit, andere habe ich erst neu entdeckt. Gerade im Bereich der Erwachsenenhörspiele hat sich einiges getan — nicht zuletzt durch die Helden unserer Kindheit, wie etwa Oliver Rohrbeck und seiner Lauscherlounge. Leider gibt es aber auch ein paar wirklich tolle Serien, die aus Mangel an Geldern oder sonstigem fehlenden Zuspruch wieder eingestellt wurden (im Falle der grandiosen Serie “Die Schwarze Sonne” aus dem Lausch-Verlag sogar nur 2 (!!!) Folgen vor angepeiltem Serienende. — Ich weine immer noch bittere Tränen…). Der Lausch Verlag konzentriert sich mittlerweile auf Hörbücher und auf Hörspieladaptionen von Buchverfilmungen wie etwa Russendisko. Über Hörspiele will ich aber ein anderes mal schreiben.

Mit Audiobüchern habe ich mich zunächst schwer getan. Früher wollte ich die Bücher eben immer selber lesen und nicht vorgelesen bekommen. Ich dachte schlichtweg, dass es keinen Spaß macht. Ich gebe zu: auch das kann mal vorkommen, denn nicht immer sind Hörbücher gut umgesetzt oder die Leser gut gewählt. Daher war es für mich auch nicht ungewöhnlich Hörbücher zunächst einmal abzulehnen.

Seit ich Kinder habe, weiß ich ein gut gemachtes Hörbuch sehr zu schätzen, denn ich komme einfach nicht mehr zum Lesen. Oder zumindest schaffe ich nicht mehr so viel zu lesen, wie ich gerne würde. Und wenn ich in den Genuss komme ein Buch zu lesen, dann handelt es sich doch meistens um ein Buch, dass meine Tochter mir in die Hand drückt und vorgelesen haben möchte. Hörbücher ermöglichen mir den Draht zur Literaturwelt nicht ganz zu verlieren. So schaff ich es auf dem Weg zum Kindergarten mir einige Kapitel aus Fred Vargas’ neuestem Werk “Die Nacht des Zorns” aus dem Lübbe Audio Verlag  zu Gemüt zu führen, oder mich abends vor dem Einschlafen bei Lovecrafts Werken gepflegt zu gruseln.

Mittlerweile bin ich großer Fan von Hörbüchern, denn wenn man einfach nicht zum Lesen kommt, dann ist das eine durchaus adäquate Alternative. Gerade Portale wie audible.de und die vielen Hörbuch-Verlage, die es mittlerweile gibt, beweisen auch, dass sich das Hörbuch neben dem Printwerk durchaus bewährt hat.

Ein Audiobuch zu hören ist bei Weitem keine so passive Angelegenheit wie ich zu Beginn oft gedacht habe. Wie beim Lesen muss das Hirn auch hier mitarbeiten, will man die Erzählstränge nicht aus den Augen verlieren, ohne Zuhören geht es nicht. Letztlich ist es ja nichts anderes als vorgelesen zu bekommen, im besten Fall von jemandem der es auch gut macht.

Zum Glück gibt es in Deutschland wirklich großartige Synchronsprecher und Schauspieler die mit ihren Stimmen den Figuren Leben einhauchen und das Zuhören zu einem großen Vergnügen machen.

 

Hier noch zwei interessante Links zum Thema Hörbuch:

hörbuchFM — Internetradio rund um Hörbuch, Hörspiel, Verlage, Literatur.

vorleser.net — hier gibt es kostenlose mp3 Hörbücher von gemeinfreien Werken.

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